Erstellt am 04 Dezember 2013

Es gibt viel Armut auf der Welt und ein jeder ist froh, wenn er nicht in teils menschenunwürdigen Verhältnissen leben muß. Umso unverständlicher ein Angebot eines Luxushotels in Südafrika in Bloemfontein.

Hier bietet man den Gästen einen Aufenthalt in einem künstlich errichteten Slum. Blechhütten und nur das Nötigste… so steht es auf der Internetseite des Emoya Hotels.

Ihr künstliches Elendsviertel nennen sie Shanty Town. Der Gast soll mitbekommen und selbst fühlen, wie man in solchen Verhältnissen leben kann. Für die Gäste ein Abenteuer? Wenn man die Realität anschaut wohl kaum, denn ist es nicht beschämend sich in eine solche Rolle einzufügen und „arm zu spielen“ ?

Für ca. 60,- Euro bekommt man vier Übernachtungen. Seit ca. zwei Jahren gibt es das Angebot bereits und 52 Personen finden Platz in dem künstlichen Elendsviertel.

Auch Teambuilding Massnahmen oder Gruppenreisen sollen hier hervorragend funktionieren.

Nebenan dann die große Wellness Area des Luxus Hotels… Hier geht der Besitzer doch wohl etwas zu weit. So empfinden auch viele Menschen und auch Gäste des Hotels, denn auch auf der facebook Seite des Hotels wird scharf diskutiert.

Auf Hotel-Bewertungsportalen bemängelt man teilweise den unmöglichen Service in Shanty Town… – Hallo? Welcher Service? Man will sich doch hier künstlich in ärmste Verhältnisse beamen, oder? Entweder ganz oder garnicht.

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Archivbild: Wohnverhältnisse in den Townships -Foto: Flying Media

Der Besitzer der Anlage stellt sich auch im Internet als selbstbewusst und ideenreicher Hotelier dar. Hier untermauert man das Konzept mit den Darlegungen, daß auch unsere Kinder sehen und fühlen sollen wie gut sie es eigentlich haben und dies nur erleben können wenn sie es hautnah fühlen.

Mit Sicherheit ein strittiges Konzept und eine Frage der Zeit ob man Shanty Town eine Zukunft zusprechen kann oder ob es vielleicht eines Tages in Luxus-Villen umgebaut wird…

Wer sich wirklich für die Realität interessiert, sollte vielleicht ein geführte Township-Tour mitmachen und in der realen Welt sehen wie es wirklich ist. Hier kann man den Menschen oder auch zahlreichen Projekten nämlich auch noch etwas zurückgeben.

Titelfoto: Archivbild Township, Copyright Flying Media

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Sven Klawunder

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